Paris aus der Sicht von Cyril Lignac

Der Sternekoch liefert seine Eindrücke von der Hauptstadt: Paris auf dem Vélib’ und einige gute Adressempfehlungen.

Le chef étoilé Cyril Lignac © Arthur Delloye

Der Koch Cyril Lignac wurde für das Fernsehen entdeckt und hat einen großen Beitrag zum Aufschwung kulinarischer Sendungen auf der Mattscheibe geleistet. Seitdem hat der mit 36 Jahren junge Küchenchef gezeigt, dass er ebenso in der Lage ist, die Klassiker der Pariser Brasserie-Küche (im Chardenoux) zu überarbeiten, wie in einem Feinschmecker-Restaurant zu glänzen. Oder seine erste Liebe wieder aufzuwärmen: die Patisserie (Patisserie Cyril Lignac).

Le Chardenoux

1 rue Jules Vallès, Paris 11. Arr - Metro Charonne

Le Chardenoux des prés
27 rue du Dragon, Paris 6. Arr. - Metro Saint-Sulpice

La Pâtisserie Cyril Lignac
24 rue Paul Bert, Paris 11. Arr. - Metro Charonne

La Pâtisserie Cyril Lignac
2 rue de Chaillot, Paris 16. Arr. - Metro Iéna

Parisinfo.com: Ihre erste Erinnerung an Paris?

Cyril Lignac : Ich bin mit 21 Jahren nach Paris gekommen, das war 2000, um Vorstellungsgespräche zu führen. Dabei ging ich zum Crillon und zum Arpège, wo ich letztendlich auch genommen wurde. Es war das erste Mal, dass ich den Fuß in die Hauptstadt setzte. Es war das reinste Entzücken. Ich kam aus Averyron, aber für mich war es wie Amerika.

Das Gebäude oder der Ort, die Paris in Ihren Augen am besten symbolisieren?

Der Eiffelturm. Ich gehe so oft die Quais zwischen meinem Restaurant im 15. Arrondissement und meinen anderen Locations entlang, und jedes Mal betrachte ich ihn voller Freude.

Ein neuer Ort oder eine neue Adresse, die Sie empfehlen?

Das Unternehmen Sojadam-Doumbéa, das inzwischen von Yves Leguel geführt wird, wo es den neuesten Schinken von Paris gibt (den „Prince de Paris“), in der Rue de Charonne Nr. 166. Eine Gaumenfreude, die Ihnen den echten Geschmack von weißem Schinken nahebringt.

Der erste Rat, den Sie einem ausländischen Freund bei einem Parisbesuch geben würden?

Ich würde ihm raten, sich ein vélib' zu nehmen. Denn auf dem Fahrrad verspürt man in Paris ein wahres Gefühl von Freiheit. Und man kann Orte entdecken, die man mit dem Auto oder den öffentlichen Verkehrsmitteln nicht entdecken könnte.

Das beste Viertel, um in Paris zu leben?

Idealerweise würde ich sagen Saint Germain-des-Prés. Ich wohne im 16. Arrondissement, aber ich werde mein Apartment verkaufen und weiß noch nicht, wo ich hingehe (lacht)...

Ein Ort in Paris, an dem man sich nicht in Paris wähnt?

Der Place Furstenberg im 6. Arrondissement. Man fühlt sich dort wie in einer Filmkulisse.

Der Moment des Tages, der Ihnen in Paris am besten gefällt?

Ganz früh am Morgen, wenn Paris aufsteht. Ich liebe diese Atmosphäre von Paris, das erwacht.

Ihre Lieblingsadresse für ein Dinner zu zweit...

Da habe ich viele (lacht). Das hängt wirklich von den Umständen ab, weil ich genauso gerne in einer japanischen Kantine wie zum Beispiel Takara, in der Rue Molière esse, wie bei einem Italiener, bei dem es keine gedruckten Menükarten gibt.

Die Adresse in Paris, an der man bis zum Morgengrauen bleibt?

Das Hotel Costes. Unter Averyronern geht es einem gut (lacht). An diesem Ort herrscht eine unglaubliche Atmosphäre. Und man muss dort nicht übernachten, um in ihren Genuss zu kommen.

Sind Sie eher der Typ Rive Gauche oder Rive Droite?

Ein bisschen von beidem. Von allem ein bisschen. Es ist schwierig, sich in Paris zu entscheiden, es gibt überall Magie.

Der Gipfel der Eleganz in Paris...?

Für einen Ausländer wäre es wahnsinnig schick, ein Club-Sandwich auf der Terrasse des Plaza Athénée zu essen. Für mich wäre es eher, mir ein Rad zu schnappen und im bois de Boulogne am See ein Picknick zu machen.

Welches Lied oder welcher Film ruft bei Ihnen sofort Paris-Assoziationen hervor?

Il est 5 heures, Paris s’éveille. Oder noch besser, Le poinçonneur des Lilas. Ich mag Gainsbourg sehr.

Stellen Sie sich vor, Sie wären Bürgermeister von Paris: Ihre erste Amtshandlung?

Gemüsegärten auf den Dächern installieren. Besser noch, Gemeinschaftsgärten. Das hat natürlich einen Bezug zu meinem Beruf, aber ich denke, dass es eine recht einfache Sache ist, die den Geschmack der Menschen ändern kann.

Paris in einem Wort?

Meine Leidenschaft. Ich bin von Paris begeistert. In dieser Stadt gibt es unglaubliche und einzigartige Architektur, Gastronomie, Mode, Lebenskunst und Wissen.