Paris aus der Sicht von Flavia Coelho

Interview mit Flavia Coelho, eine brasilianische Sängerin, die seit einigen Jahren in Paris lebt.

La chanteuse brésilienne Flavia Coelho © OTCP - DR

Die brasilianische Sängerin Flavia Coelho begeistert mit "Mundo Meu", dem zweiten wunderbaren Album, das ausgetretene Pfade verlässt. Vor ihrer Premiere im Olympia am kommenden 17. Oktober lässt uns die seit 2006 in Paris lebende Künstlerin an ihrem Blick auf die Hauptstadt teilhaben.

Flavia Coelho

17. Oktober 2014 - 20:30 Uhr im Olympia

28 boulevard des Capucines, Paris 9. Arr. - Metro Opéra

 

 

Parisinfo.com: Ihr erster Eindruck von Paris?

Flavia Coelho: Ziemlich traumhaft. Ich bin zum ersten Mal 2002 mit einer Gruppe hierhergekommen und habe mich 2006 niedergelassen. Was mich beide Male begeistert hat, war der Empfang, den die Stadt der Musik bereitet, die Neugierde ihrer Einwohner für Klänge von anderswo, der ganzen Welt und das Interesse an den Künstlern.

 

Der Ort, der Paris in Ihren Augen am besten symbolisiert?

Sie finden das bestimmt klischeehaft, aber ich würde sagen der Eiffelturm. Eines Abends habe ich mir dort gewünscht, in dieser Stadt ein Album aufzunehmen. Da dieser Wunsch in Erfüllung gegangen ist, werfe ich niemals einen Blick auf dieses Bauwerk, ohne daran zu denken!

 

Der erste Rat, den Sie einem ausländischen Freund bei der Entdeckung von Paris geben würden?

Laufen! Das ist die schönste Art und Weise, diese Stadt kennenzulernen. Ich bin stundenlang durch Paris gelaufen, ohne es jemals leid zu werden. Ein weiterer Rat: Alles nutzen, was die Stadt kostengünstig oder kostenlos zu bieten hat, von Open-Air-Kinos über Konzerte bis zu Ausstellungen - es ist unglaublich, was man alles machen kann!

 

Ein Ort in Paris, an dem man sich nicht in Paris wähnt?

Die Butte-aux-Cailles, mit ihrer dörflichen Seite, oder einige versteckte Ecken des 5eme, in dessen Nähe ich wohne, wie die Arènes de Lutèce.

 

Sind Sie daher eher der Rive Gauche als der Rive Droite zugewandt?

Nein, ich finde die Unterschiede zwischen beiden Ufern nicht so wesentlich. Ich gehe gerne weiter als die Rollenbilder, die man so hat. Das ist wie mit der Musik, Klischees bringen mich dazu, noch tiefer zu graben, um sie hinter mir zu lassen.

 

Die Adresse in Paris, an der man bis zum Morgengrauen bleibt?

Davon gibt es viele! Aber im Allgemeinen gehe ich gerne ins Viertel der Rue Oberkampf, ich habe den Eindruck, dass man dort viele Musiker findet und dass man sich dort mehr herausnehmen darf, als anderswo. In der Nähe des Canal Saint-Martin mag ich auch Adressen wie das Comptoir Général oder das Cambodge, eines meiner Lieblingsrestaurants in Paris.

 

Ihre erste Maßnahme, wenn Sie Bürgermeisterin von Paris wären?

Die Seine zu reinigen, das wäre mein Traum. Ansonsten jeden Monat ein riesiges Picknick zu organisieren, das wirklich für alle zugänglich und sehr volkstümlich wäre. Einige Orte in Paris muss man entmystifizieren.

 

Welcher Film ruft bei Ihnen sofort Paris-Assoziationen hervor?

"Midnight in Paris",  von Woody Allen, weil er eine Fantasievorstellung zum Leben erweckt, nämlich die, in einem Paris aus einer anderen Zeit zu leben und Künstler zu treffen, von denen man immer geträumt hat.

 

Der lustigste Satz, den Sie je in einem Pariser Taxi gehört haben?

„Paris ist nicht mehr das Gleich ohne Kippen“!

 

Wenn man Paris in einem Wort zusammenfassen müsste?

Es ist schwer, Paris zu verlassen. Aber mein Naturell ist die Bewegung, mich an Neuem zu reiben, deshalb werde ich eines Tages sicher woanders hingehen.

 

Falvia Coelho, neues Album "Mundo Meu" (Discograph), auf Tournee und Konzert im Olympia am 17. Oktober 2014