Berühmte Liebespaare von Paris

Serge Gainsbourg und Jane Birkin, Jean-Paul Sartre und Simone de Beauvoir, Simone Signoret und Yves Montand ... sie alle verliebten sich in Paris

Viele Prominente haben sich in Paris verliebt, hier sind einige berühmte Paare, die die Hauptstadt zum Ort gemacht haben, wo sich ihre Augen trafen.

Victor Hugo und Juliette Drouet

Place des Vosges Automne

Als sich Victor Hugo 1833 während einer Probe von Lucrèce Borgia Hals über Kopf in die junge Schauspielerin Juliette Drouet verliebt, beginnt er mit ihr eine leidenschaftliche Beziehung, die 50 Jahre dauern wird. Ein halbes Jahrhundert symbiotische Geschichte, in der die Schauspielerin nie weiter als 500 Meter von ihrem Geliebten entfernt leben wird: Victor Hugo wohnt am Place des Vosges, Juliette Drouet zieht in die Rue Sainte-Anastase; er geht in die Rue de la Tour-d'Auvergne, sie zieht in die Rue Rodier; er lässt sich in der Rue de la Rochefoucauld nieder, sie wählt die Rue Pigalle. Das Maison Victor Hugo birgt viele Zeugnisse ihrer Geschichte und einige der 22.000 Briefe, die Juliette Drouet an den Schriftsteller geschrieben hat.

Serge Gainsbourg und Jane Birkin

1968 wohnt Jane Birkin im Hotel Esmeralda, nur wenige Schritte von Notre-Dame entfernt, als Serge Gainsbourg sie abholt, um mit ihr im Maxim's zu Abend zu essen. Der Sänger geht ohne weitere Absichten zu diesem Abendessen, um ihre Beziehung zu verbessern, die seit Beginn eines Filmdrehs, bei dem sie sich kennengelernt hatten, nicht sehr gut war. Als Jane die alte Holztreppe hinunterschreitet, gerät Serge in den Bann der jungen Frau. Ein paar Stunden später erfolgt der erste Kuss des Paares auf Port de Montebello vor Notre-Dame, und zehn Jahre haben sie zusammen in der Rue de Verneuil 5 bis gelebt.

Simone Signoret und Yves Montand

Place Dauphine © Marc Bertrand

Das Vorzeigepaar des Films lebte viele Jahre lang in einem ehemaligen Geschäft namens „La Roulotte“ am Place Dauphine 15, wo Yves Montand die Ruhe eines provenzalischen Platzes fand. Die Ruhe des 1. Arrondissements bietete den Hintergrund einer jahrzehntelangen Ehe: Spaziergänge auf dem Square du Vert-Galant, Mahlzeiten im „Paul“, einem familiären Restaurant, in dem sie fast täglich ihre Freunde aus der Welt des Films und des Gesangs wie Serge Reggiani, Costa-Gavras, Luis Buñuel oder Jacques Brel trafen, oder im „Caveau du Palais“, einer berühmten gastronomischen Adresse auf der Ile de la Cité.

Jean-Paul Sartre und Simone de Beauvoir

Automne Jardin du Luxembourg, Paris © Cécilia Lerouge

Zwei brillante Studenten treffen sich an der Pariser Fakultät für Literatur und an der École de la rue d’Ulm. Es handelt sich um Simone de Beauvoir und Jean-Paul Sartre, die beide 1929 ihr Staatsexamen in Literaturwissenschaft machten. Am Rande des Medici-Brunnens im Jardin du Luxembourg tauscht das junge Paar seine Ideale aus und ist sich einig, dass seine Lebensweise frei sein soll. Zwischen 1937 und 1939 wohnen sie im Hotel Mistral, Rue de Cels, aber in getrennten Zimmern, ebenso wie 1943 im Hotel la Louisiane, Rue de Seine. Mehr als nur ein Liebespaar sind sie ein Duo, das im St-Germain-des-Prés jener Jahre nicht zu übersehen ist: Das Café de Flore oder das Deux-Magots ist Schauplatz vieler Austausche zwischen Künstlern und Intellektuellen der Zeit, deren führende Figuren sie waren. 

Olga und Picasso

Exposition Olga Picasso - Musée  national Picasso

Der spanische Maler Pablo Picasso lernte 1917 die russische Balletttänzerin Olga Chochlowa kennen. Sie heirateten im folgenden Jahr in der orthodoxen Kathedrale Saint-Alexandre-Nevsky in der Rue Daru, umgeben von Trauzeugen wie Jean Cocteau, Guillaume Apollinaire oder Max Jacob, und ließen sich dann in der Rue de la Boétie 23 nieder. Die Darstellungen von Olga, der Inspirationsquelle für den Maler, entwickelten sich im Laufe ihrer 17-jährigen Beziehung und der Kunst Picassos. Das Gemälde Femme lisant ist von der Sanftheit der frühen Jahre in einem klassischen Stil durchdrungen. Mit Danse, gemalt 1925, zeigt Picasso die Spannungen ihrer Beziehung und den Einfluss der surrealistischen Bewegung. Ab den 1930er Jahren wird Olga nur noch als beängstigende und gequälte Frau dargestellt, die ihre Ballerina-Karriere für einen Mann aufgegeben hatte, der sie nach und nach verließ.

Lucile und Camille Desmoulins

Jardin du Luxembourg au printemps © Studio TTG

Der Anwalt und Journalist Camille Desmoulins lernt Luciles Familie bei Spaziergängen in den Luxemburger Gärten kennen. Einige Jahre später hält er um ihre Hand an, die ihr Vater zunächst ablehnt, dann aber 1790 die Heirat akzeptiert. Sie lassen sich in der Kirche St-Sulpice trauen, wohnen in der Rue du Théâtre Français (heute Rue de l‘Odéon 22), und führen eine glückliche Ehe zusammen mit ihrem Sohn Horace. Für seine Haltung während der Französischen Revolution wird Camille im März 1794 inhaftiert und am darauffolgenden 5. April zur gleichen Zeit wie Danton guillotiniert. Die Hinrichtung findet auf dem Place de la Révolution (heute Place de la Concorde) statt, sein letztes Wort ist ein Schrei: „Lucile!“

Alain Delon und Romy Schneider

Alain Delon begrüßte 1958 in Orly die deutsche Schauspielerin Romy Schneider, mit der er bald das Plakat für den Film Christine zieren sollte, der in den Studios von Boulogne-Billancourt gedreht wurde. Sie verlieben sich während der Dreharbeiten ineinander und erhalten bald den Spitznamen „die Verlobten Europas“. Das strahlende junge Paar lebt in einer Villa in der Avenue de Messine 22, wo die Schauspielerin eine unbekümmerte, partyfreudige Pariser Jugend entdeckt. Nach fünf Jahren Beziehung findet Romy Schneider bei der Rückkehr von einer Auslandsreise ein paar rote Rosen und einen Trennungsbrief auf ihrem Wohnzimmertisch, womit eine ebenso amouröse wie filmreife Liebesgeschichte endet.

Elsa Triolet und Louis Aragon

Maison Triolet - Aragon, moulin de Villeneuve, Paris © Colombe Clier - MCC

Die Blicke der beiden großen Schriftsteller treffen sich zum ersten Mal 1928 in der Pariser Brasserie la Coupole im brodelnden Montparnasse. Ihre Geschichte beginnt an diesem Abend im Hotel Istria in der Rue Campagne-Première, wo Elsa wohnt und ihre Freunde wie Man Ray, Picabia oder Duchamp empfängt. Im Paris der Zwischenkriegszeit faszinieren die Eheleute mit Gedichten, Übersetzungen, Romanen und engagierten Reportagen, die in rasantem Tempo aufeinanderfolgen und die beiden zu führenden Intellektuellen der Zeit machen. 1951 ziehen sie in die Moulin de Villeneuve, heute Maison Elsa Triolet-Aragon, ein Ort der Intimität und Inspiration für das Paar.