Romantisches Paris

Montmartre, Medicis-Brunnen, vornehme Privathäuser des Marais: Ein romantischer Spaziergang

Start dieses Tages an der Place des Abbesses auf dem Hügel Montmartre: Ideal für ein sehr Pariserisches Frühstück, bevor man das Panorama von Sacré-Cœur aus bewundern geht. Steigen Sie dann in Ihrem eigenen Tempo die Rue des Martyrs, voller hübscher Geschäfte, hinab bis zum Quartier Saint-Georges, in dem sich das Musée de la Vie Romantique befindet… natürlich! Fahren Sie danach mit der Metro oder dem Bus in den Jardin du Luxembourg, um unter dem grünen Laub am prachtvollen Medici-Brunnen eine Liebeserklärung zu machen. Anschließend drängt sich ein Besuch im Marais, einem der ältesten Viertel der Stadt auf: herrschaftliche Stadthäuser, das Musée Picasso, Designer-Boutiquen, geheime Ecken (wie das Carreau du Temple) und die Ruhe an der Place des Vosges erwarten Sie dort. Wenn Sie der Zauber des Quartiers erfasst hat, bleiben Sie dort für ein Abendessen oder wenn nicht, dann wartet der große Klassiker des romantischen Paris auf Sie: ein Diner bei Kerzenschein auf der Seine.

1 Basilika Sacré Cœur

Basilique du Sacré Coeur, Paris © OTCP - Amélie Dupont

Im Jahre 1873 stimmte die Nationalversammlung für den Bau einer Basilika, die der fortwährenden Anbetung des heiligen Herzens auf dem Montmartrehügel gewidmet werden sollte. Der Platz wurde wegen seiner Höhenlage (127 Meter) und wegen seiner Symbolik ausgewählt: Geheiligt durch den Märtyrer Denis war der Hügel wurde er durch die Ausschreitung der Gemeinde im Jahre 1870 besudelt. Mit viel Tücke, Kontroversen und auf unterirdischen Kanälen und auf 83 Pfeilern zogen sich die Arbeiten über vierzig Jahre hin. Doch der Aufwand wurde belohnt! Von unten betrachtet, ähneln seine romanisch-byzantinischen Konturen einem Palast aus Schlagsahne auf einer Anhöhe von Gärten und Terrassen: unterbrochenes weiß und grün auf großen Blauflächen. Von oben, also von den Stufen und besonders von seiner Kuppel aus ist die Sicht atemberaubend.

2 Rue des Martyrs

Rue des Martyrs, Paris © DR

Zwischen dem 9. und dem 18. Arrondissement befindet sich die Rue des Martyrs, eine der handelsumtriebigsten Straßen des Pigalleviertels. Sie verbindet Notre Dame de Lorette und das Sacré Coeur und hat sich über die Jahre hinweg den früheren Charme mit traditionellen Händlern, zahlreichen typischen Pariser Cafés, belebten (und feuchtfröhlichen) Bars, Cabarets und dem historischen Konzertsaal „Le Divan du Monde“ bewahrt. Der extravagante und farbenfrohe Charme des 18. Arrondissements konzentriert somit in einer einzigen Straße.

3 Museum des Lebens in der Romantik

Musée de la Vie Romantique, Paris © OTCP - Amélie Dupont

Eine baumgesäumte Allee, ein rechteckiger, mit Blumen übersäter Garten, ein Hotel weitab vom Trubel: Hier lebte der Maler und Bildhauer Ary Scheffer von 1830-1858. Delacroix, George Sand und Chopin waren seine Nachbarn, das ganze intellektuelle und künstlerische Paris (Liszt, Rossini, Tourgueniev, Dickens…) besuchte sein Atelier. Noch heute begleitet Sie Chopin von Zimmer zu Zimmer auf der Suche nach George Sand, den Gemälden von Ary Scheffer und seinen Zeitgenossen.

4 Jardin du Luxembourg: Park und Museum

Jardin du Luxembourg, Paris © Thinkstock

Kinder lieben den Park für seine Schaukelpferde, die Segelboote, die man mit einer Stange auf den großen Teich treibt, die Leckereienbuden, das Marionettentheater und die Ponys… Manche Erwachsenen bringen ihre Staffelei oder ihr Schachspiel mit, andere ihre Träume, ihren Notizblock oder ihren Laptop. Auf schmiedeeisernen Stühlen hält man gemütlich Siesta zu Füßen der großen Damen Frankreichs, deren Standbilder kreisförmig angeordnet sind. Hätte sich Maria von Medici einen solch schönen Erfolg träumen lassen, als sie über Palast und Garten befahl? Die Witwe Heinrichs IV. wollte damals ein wenig das heimatliche Florenz wiederfinden. Von der Grotte im italienischen Stil, die sie 1630 errichten ließ, ist der Medici-Brunnen mit all seinen Nischen und Najaden bis heute erhalten. Der Palast ist heute zum Sitz des Senats umfunktioniert. Dieser verwaltet den Park und das Museum, in dem immer wieder Ausstellungen zu Moderner Kunst und zur Renaissance gezeigt werden, als Andenken freilich an die florentinische Königin.

5 Picasso Museum Picasso

Hôtel Salé, Musée Picasso, Paris

Musée Das Hotel mit dem Museum wurde 1659 fertig gestellt und erhielt den Beinamen Salé (salzig), in Erinnerung an den prahlerischen Geschmack seines ersten Besitzers, der mit den Steuern auf Salz reich geworden war. Hinter der monumentalen Fassade wartet eine einzigartige Sammlung der Werke Picassos auf uns, die sowohl seine Arbeiten als Maler, Bildhauer, Grafiker und Zeichner beinhaltet. Ein faszinierender Einblick in die Welt des Künstlers.

6 Place des Vosges

Place des Vosges, Paris © OTCP - Amélie Dupont

Intakt. Seit der Erbauung, die 1504 von Henri IV. angeordnet wurde, ist der ehemalige Place Royale wie durch ein Wunder erhalten geblieben. Die 36 Häuser, die ihn umgeben, zeigen die Harmonie dieser Einheit wie am ersten Tag: Ziegelfassaden, französische Schieferdächer und das Erdgeschoss in Form einer Säulengalerie, die zum Spazieren einlädt. Es fehlen nur noch einige Musketiere des Königs, und Sie wären wie in einem Mantel-und-Degen-Film, oder auf dem prunkvollen Karussell, das 1612 auf dem Platz zu Ehren der Hochzeit von Louis XIII. und von Anne von Österreich errichtet wurde.

7 Place des Abbesses

Place des Abbesses, Paris © OTCP - Marc Bertrand

Auf der Place des Abbesses gibt es viel zu sehen: Den Metroeingang von Hector Guimard, das Karussell, die gusseisernen Laternenpfähle, der Wallace-Brunnen... Und auf dem Square Jéhan-Rictus spielen Trauben von Kindern am Fuße einer emaillierten Lava-Mauer, auf der in 311 Sprachen „Ich liebe Dich“ steht.