Ein anderes Paris

Von La Villette bis zur Bibliothek François Mitterand, auf Entdeckungstour eines anderen und unbekannten Paris

Start in La Villette zur Erkundung der Cité des Sciences in Ausstellungen und interaktiven Räumen. Wenn Ihre grauen Zellen zufrieden gestellt sind, können Sie bei einem Spaziergang entlang des Canal Saint-Martin ein ehemals populäres und modernes Quartier schätzen lernen. Die Ufer sind gesäumt von netten Bistros, in denen Sie zu Mittag essen können. Von der Place de la République, etwas weiter unten, kommen Sie nach ein paar Metrostationen zur Beaubourg, wo Sie die letzte unumgängliche Ausstellung besichtigen. Genießen Sie dann den einmaligen Charme der Uferstraßen an der Seine bei einem Spaziergang zum Institut du Monde Arabe und beenden Sie ein wenig weiter den Tag mit einem Diner am Wasserrand, zu Füßen des neuen, ultramodernen Quartiers der Grande Bibliothèque.

1 Cité des Sciences et de l'Industrie - Universcience

Cité des Sciences et de l'Industrie © OTCP - Marc Bernard

Cité des Sciences et de l’Industrie (Stadt der Wissenschaft und Industrie) - La Villette Dieser futuristische von Wasser umgebene Riese beherbergt hinter seiner Glas- und Stahlwand tausende Aktivitäten, die Wissenschaft und Technik auf spielerische Weise erklären. Vorträge, Aquarium, 3D-Kino, Ausstellungsorte für Kinder, für Berufe, für das Wohlergehen, Ausstellungen, Mediathek, Planetarium, Workshops: unmöglich, das alles während eines einzigen Besuchs zu entdecken.

2 Spaziergang entlang des Canal Saint-Martin

Bateau-mouche, Canal Saint-Martin, Paris © OTCP - Amélie Dupont

Der Canal Saint-Martin drohte zu Beginn der 70er Jahre zu verschwinden, da Präsident Pompidou an seinem Standort eher eine vierspurige städtische Autobahn sah. Glücklicherweise blieb er aber verschont! Heute bietet er einen ländlichen Rahmen für viele Spaziergänger, die hier ein wenig entspannen möchten.

3 Nur wenige Schritte von République entfernt

Ave Maria restaurant, Paris © OTCP - Amélie Dupont

An der Kreuzung der Rue Oberkampf und der Rue Saint-Maur, sowie der Rue Jean-Pierre-Timbaud befinden sich zahllose große gutbesuchte Bistros mit leicht künstlerisch verschlissenem Touch, dazu Bühnen und Eckkneipen aus der ganzen Welt, die ebenso überfüllt sind - weil es in diesen trendigen Läden Rhythmen und bunte Gaumenfreuden gibt, die man knabbern, schlürfen, pfeifen und mixen kann, bis der Morgen anbricht.

4 Das Centre Pompidou - ein Vorläufer der Moderne

Centre Georges Pompidou, Paris © Thinkstock

Im Marais-Viertel, im Herzen von Paris, steht das Centre Pompidou, das 1977 eingeweiht wurde und als eines der besten Beispiele moderner Architektur in Paris gilt. Das Bauwerk war seiner Zeit (zu sehr) voraus und löste in den 70er Jahren einen Skandal aus! Das auch „Beaubourg“ genannte Gebäude stellte einen Bruch mit der Museumsästhetik der damaligen Zeit dar und markierte einen Wendepunkt in der Geschichte der traditionellen Museen. Die Architekten Richard Rogers und Renzo Piano wollten der feierlichen Aufmachung der damaligen Kultureinrichtungen ein neues Konzept entgegensetzen: mit seinen leuchtenden Farben, den sichtbaren Gebäudestrukturen (wie die großen grünen Außenrohre für Wasser, den blauen Belüftungsrohren und den gelben Rohren für die Elektrik) und einer Transparenz, die Einblicke in das Innenleben erlaubt, stellt sich das Centre Pompidou als lebendiger, zugänglicher und spielerischer Raum der Kommunikation und des Austauschs dar, in dem die Kunst nicht verherrlicht wird.

5 Institut der arabischen Welt

Institut du Monde Arabe © OTCP - DR

Im Herzen des zeitlosen Paris besitzt die arabisch-muslimische Gesellschaft seit 1987 ein wunderschönes Glas- und Stahlgebäude aus der Feder von Jean Nouvel und dem Architecture Studio. Hinter den mobilen Erkern, die sich je nach Lichteinfall öffnen, gibt Tradition vereint mit Technologie den Ton an. Die ultramoderne orientalische Sanftheit regiert das Museum, das Restaurant und das literarische Café. Hier kann man temporäre Ausstellungen, Minztee und Mandelhörnchen, Konzerte, Tanz und Kino, Vorträge und Künstlerworkshops genießen.

6 Die Bibliothèque Nationale François Mitterrand - Kultur in voller Pracht

Bibliothèque Nationale de France © OTCP - David Lefranc

Auf geht´s in den Südosten der Hauptstadt in das Viertel Tolbiac, inmitten des 13. Arrondissements. Hier steht seit 1995 das beeindruckende Gebäude der Bibliothèque Nationale François Mitterrand, in der sich ein Teil der Sammlung der ursprünglichen Nationalbibliothek (Rue de Richelieu) befindet. Dieses vom französischen Architekten Dominique Perrault entworfene Bauwerk feierte im vergangenen März sein zwanzigjähriges Bestehen. Das Gebäude überzeugt mit einer eleganten und minimalistischen Ästhetik, die sich an dem Motto „Weniger ist mehr“ des berühmten deutschen Architekten Mies van der Rohe orientiert. Das Bauwerk besteht aus vier L-förmigen Türmen, die aufgeschlagene Bücher symbolisieren: eine schöne Anspielung für eine Bibliothek! Auch die Zwischenräume spielen eine bedeutende Rolle: die weder durch Mauern noch Zäune geschützten Türme befinden sich in unmittelbarer Nähe und umgeben ein allen zugängliches Areal. Dieser Zwischenraum wird von einem herrlichen Garten ausgefüllt. Nach dem Bau der Bnf ist ein neues Pariser Viertel rund um das Gebäude und auf beiden Seiten der Seine entstanden, die mit der Passerelle Simone de Beauvoir (Feichtinger, 2006) miteinander verbunden sind.