5 Viertel, in denen man in Paris Street Art finden kann

Vom Bassin de la Villette über das 13. Arrondissement oder die naheliegenden Umorte bis zum Oberkampf-Viertel gibt es in Paris nicht einen Ort, an dem Street Art nicht vertreten wäre.

Seth - Belvédère du parc de Belleville - Art Azoï © Seth/Art Azoï/Emmanuel FMR

Paris ist ein Freiluft-Museum! Wer den Blick hebt, entdeckt erstaunliche Kunstobjekte: die legendären Graffitis der Hip-Hop-Kultur, schelmische Schablonen, poetische Collagen oder riesige Fresken bekleiden zahlreiche Fassaden.

Von Montmartre bis zur Butte-aux-Cailles muss man die Augen öffnen, denn jeder Spalt kann zur künstlerischen Kreation genutzt werden. An vielen Orten in Paris wurde der Beton von bunten Fresken übertüncht.

Wenn Ihnen also der Sinn nach einem ausgefallenen Spaziergang steht, bei dem Sie Paris durch die Street-Art-Brille entdecken, finden Sie hier fünf Viertel, die Sie durchstreifen sollten.

Das 13. Arrondissement: Platz für riesige Wandmalereien

Obey/Shepard Fairey - Paris 13 - Street art 13 - Galerie Itinerrance © Obey/Street Art 13/Galerie Itinerrance

Seit einigen Jahren ist das 13. Arrondissement von Paris der Hotspot für Street Artists. Inzwischen ist es ein wahres Freiluftmuseum! Schon allein um die Metrostation Nationale herum, in der Rue Jeanne d‘Arc und dem Boulevard Vincent Auriol, ist es möglich, über zehn Wandmalereien zu betrachten! Der amerikanische Künstler Shepard Fairey hat mehrere von ihnen gemalt, davon trägt eine den französischen Leitspruch: „Liberté, égalité, fraternité“.

Direkt daneben stammt ein mehrere Meter hohes Mosaikwerk, das den wunderlichen Fernseharzt Doctor House wiedergibt, vom französischen Künstler Invader.

Spaziert man weiter im Viertel herum, so trifft man um auf Meisterwerke wie die riesige Malerei „Etreinte et lutte“ (Umarmung und Kampf): Sie zeigt zwei sich gegenüberstehende Männer in Kleidung des 18. Jahrhunderts und wurde vom irischen Maler Conor Harrington im April 2017 gemalt.

Von Oberkampf bis Ménilmontant: Überall ist Street Art

Retro - Paris 20 - Art Azoï © Retro/Art Azoï

Im Osten von Paris sind die Viertel Oberkampf, Belleville und Ménilmontant die Hotspots für Straßenkunst. Dank von Vereinigungen wie Art Azoï und M.U.R. haben einige Wände sogar ihr eigenes künstlerisches Programm!

Alle zwei Wochen wird ein neuer Künstler eingeladen, sich erneut an der Wand auf der Höhe der Rue Oberkampf Nr. 107 (11. Arrondissement) auszudrücken. Die Performance findet tagsüber und öffentlich statt, ein wahres Fest für die Augen! Wenn man die Rue de Ménilmontant (19.) emporsteigt, findet man eine legendäre Freske von Jérôme Mesnager: Menschen bilden einen Kreis und singen zu Ehren der musikalischen Vergangenheit des Viertels. Noch weiter oben an der Straße wird die Fassade des Pavillon Carré de Baudoin regelmäßig von bekannten Künstlern übermalt.

Und schließlich kann man auch etwas Natur genießen, während man die Street Art bewundert. Dazu muss man nur in den Parc de Belleville (20.) spazieren, wo die Werke von Künstlern wie Seth, Kenor oder El Pez die Wände und Säulen zieren.

Das Villette-Viertel: Wandmalereien von mehreren Händen

Kashink - Mur Rosa Parks - Rue d'Aubervilliers Paris 19 © Kashink/Anna Bochu

In der Rue de l‘Ourcq (19.), unweit vom Kanal, fasziniert eine lange bunte Mauer. Mehrere Künstler aus dem 19. Arrondissement haben ihr neues Leben verliehen, jeder brachte seinen eigenen Stil und seine Farben dazu mit ein: Man erkennt insbesondere die ethnischen Masken von DaCruz, die tanzenden Menschen des Sprayers Psy oder die leuchtenden Portraits von Marko 93.

Eine Viertelstunde zu Fuß weiter findet man die längste Wandmalerei von Paris, die 2015 in der Rue Aubervilliers (19.) angefertigt wurde. Auf 493 Metern erwiesen zahlreiche Street Artists wie Kashink, Combo und JonOne der Afro-Amerikanerin Rosa Parks die Ehre, die bekannt wurde, weil sie ihren Sitzplatz im Bus nicht einem Weißen überlassen wollte. Ein vielseitiges Werk, das einen Geist von Frieden und Gemeinsamkeit ausstrahlt, wie er diesem bunt gemischten Viertel im Pariser Norden innewohnt.

Das Zentrum von Paris: Von Beaubourg bis Gainsbourg

Jef Aérosol - Place Stravinsky Marais © Jef Aérosol/Yann Gauthier

Vom Halles-Viertel bis zum Wohnort von Serge Gainsbourg dienen die Mauern der Innenstadt Künstlern als Spielraum.

Auf dem Igor-Stravinsky-Platz (4.) zum Beispiel, zeigt eine 350 m² große Malerei das geheimnisvolle Gesicht eines Mannes, der zur Stille auffordert: ein riesiges Werk von Jef Aérosol, das mit Schablonen angefertigt wurde. In der Rue de la Verrerie (4.) hat M.Chat den Rolladen des BHV Homme mit seinen gelben hüpfenden Katzen bedeckt. Und schließlich hat der Künstler Gregos, der für die aufgeklebten Gipsabdrücke seines Gesichts bekannt ist, anlässlich des Weltfrauentags im Jahre 2014 ein Frauenportrait geschaffen.

Auf der anderen Seite der Seine, in der Rue de Verneuil (7.), befindet sich das Haus, das der Sänger und Dichter Serge Gainsbourg bewohnte. Seit seinem Tod im Jahre 1991 wird seine Wand regelmäßig von Graffitis, Zeichnungen, Malereien und Collagen bedeckt, die dem in Frankreich so beliebten Musiker alle Ehre erweisen.

Vitry-sur-Seine: die Street Art Stadt

Parc des Lilas Vitry-sur-Seine - Graffitis © Paris Tourist Office - Photographe : Marc Bertrand

Die Street Art erblüht auch in den umliegenden Städten, wie Vitry-sur-Seine. Auf einer Häuserecke, einem Gehweg, einem Elektromast oder Laternenpfahl findet man nicht selten Kreation aller Arten: Schablonen, kleine Collagen, Graffiti, Malereien und mehr. Vitry ist eine Stadt, die sich dank ihrer Künstler und der öffentlichen Hand für Kunst einsetzt.

Und es gibt hier einige Wandgebilde zu bewundern. Bei Ankunft mit dem RER in der Rue Pierre Semard gibt es zunächst den legendären „Robo-français“ des italienischen Künstlers Pixel Pancho. Unweit des Künstlerzentrums Mac/Val beeindrucken zwei afrikanische Krieger mit dem Speer in der Hand aus der Höhe. Sie wurden 2013 zu Ehren von Nelson Mandela vom Künstler Kouka realisiert.

Street Art im Inneren

Art 42 - Urban Art Collection, Paris © OTCP - DR

In Paris kann man Street Art auch in Museen und Galerein betrachten! An langen Wintertagen gibt es nichts Besseres, als sich im Art42 (17.), dem ersten Museum für französische urbane Kunst, aufzuwärmen.

Einige Galerien bieten ebenso ein Street Art-Programm, mit umfassenden und vielfältigen Ausstellungen: die Galerie Brugier-Rigail (3.), Openspace (11.), Artistik Rezo (11.), Backslash (3.), le Cabinet d‘amateur (11.), Celal (1.), Itinerrance (13.) oder die Galerien Wallworks (10.) und Magda Danysz (11.).

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