Die Architektur in Paris

Bon6358 Paris aus Steinen und Träumen

Die Geschichte von Paris lässt sich ebenso gut aus seinen Gemäuern lesen wie aus Büchern... Ein monumentales Kondensat aus Baustilen, das den aufmerksamen Spaziergänger nicht ungerührt lassen wird. Die Antike hat der Stadt ihre Thermen und Arenen hinterlassen. Das Mittelalter ist noch mit dem romanischen Kirchturm von Saint-Germain-des-Prés vertreten und die Finesse der Sainte-Chapelle lässt das Wunder der Gotik erkennen. Paris, das ist auch die Klassik des Zeitalters Ludwig XVI., mit seinen Kuppeln und Giebeln, seinen Traum von der Antike, der bereits von der Renaissance sanft berührt wird. Der Eklektizismus des zweiten französischen Kaiserreichs wird Sie verführen, die Straßenschneisen von Haussmann und die Metallarchitektur, die der Eiffelturm zelebriert als Speerspitze des Jugendstils. Der Art Deco-Stil steht dem in nichts nach und seine Modernität kündigt bereits die Symbole der Zukunft aus Beton und Glas an, einer Stadt, die sich unaufhörlich erneuert.

Gotischer Elan

Sace-NDEr unterteilt sich in drei Phasen.

Die Frühgotik im 12. Jahrhundert, die Hochgotik vom 13. bis 14. Jahrhundert und die Spätgotik im 15. Jahrhundert. Im 12. Jahrhundert werden die Kirchen geräumiger und höher, doch die Gemäuer bleiben massiv und Fenster- und Türöffnungen klein. Der Rundbogen wird revolutioniert, das Kreuzrippengewölbe entsteht, das außen durch Strebebogen gestützt wird. Das Kirchenschiff von Notre-Dame ist das schönste Beispiel für diese Zeit.

In der Hochgotik erreicht diese Architektur ihren Höhepunkt: Spitzen, Leichtigkeit, Licht. Große Buchten und Rosetten aus schillernd bunten Kirchenfenstern öffnen die Mauern, die nur noch dünne Stützen in Richtung Himmel sind. Die Sainte-Chapelle oder das Querschiff und der Chor von Notre-Dame sind die Schmuckstücke dieser Zeit, die außerdem ein bemerkenswertes Beispiel ziviler Architektur hervorbrachte: die Conciergerie, der ehemalige Palast der Stadt mit seiner Soldatenhalle, der Salle des Gens d’Armes.

Tel-de-sens Die Spätgotik kündigt dann schließlich mit ihren steinernen Bogenspitzen, ihren kleeblattförmigen Bögen oder Korbbögen und ihren komplexen Rippengewölben das Ende des Mittelalters an und den Beginn der Renaissance. Sie drängt in die Kirchen Saint-Merri, Saint-Séverin oder Saint-Germain-l’Auxerrois, macht sich aber auch im Hôtel de Cluny und im Hôtel de Sens bemerkbar, die mit kunstvoll gearbeiteten Fensteröffnungen, mit Kreuzfenstern und filigran geschnitzten Brüstungen geschmückt sind.

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