Paris aus Steinen und Träumen
Die Geschichte von Paris lässt sich ebenso gut aus seinen Gemäuern lesen wie aus Büchern... Ein monumentales Kondensat aus Baustilen, das den aufmerksamen Spaziergänger nicht ungerührt lassen wird. Die Antike hat der Stadt ihre Thermen und Arenen hinterlassen. Das Mittelalter ist noch mit dem romanischen Kirchturm von Saint-Germain-des-Prés vertreten und die Finesse der Sainte-Chapelle lässt das Wunder der Gotik erkennen. Paris, das ist auch die Klassik des Zeitalters Ludwig XVI., mit seinen Kuppeln und Giebeln, seinen Traum von der Antike, der bereits von der Renaissance sanft berührt wird. Der Eklektizismus des zweiten französischen Kaiserreichs wird Sie verführen, die Straßenschneisen von Haussmann und die Metallarchitektur, die der Eiffelturm zelebriert als Speerspitze des Jugendstils. Der Art Deco-Stil steht dem in nichts nach und seine Modernität kündigt bereits die Symbole der Zukunft aus Beton und Glas an, einer Stadt, die sich unaufhörlich erneuert.
Art Deco
In den Goldenen Zwanziger und Dreißiger Jahren des vergangen Jahrhunderts entsteht als Antwort auf die üppigen Formen und Verzierungen des Jugendstils der Art Deco-Stil, ein schlichter Stil mit geometrischen Formen, eine Anleihe an eine gewisse Klassik. Zu den bekanntesten Beispielen zählen das Palais de la Porte Dorée, das für die Kolonialausstellung im Jahre 1931 erbaut wurde, das Palais de Chaillot und das Palais de Tokyo, die beide anlässlich der Weltausstellung im Jahre 1937 eingeweiht wurden.
An den großen Boulevards ist das Grand Rex ein prachtvolles Beispiel für diese landschaftlich gestalteten Kinohäuser: Seine kunstvoll gearbeitete Fassade und seine Innenarchitektur, die von imaginären Städten inspiriert wurde, zeugen noch von den Kühnheiten jener Epoche.