Zeitloses Paris

Notre-Dame de Paris, Iles de la Cité und Saint-Louis, Quartier latin... Ein Besuch des historischen Kerns von Paris

Wer hat behauptet, dass alte Steine nach Staub riechen? Im Quartier Latin und auf den Inseln de la Cité und St. Louis, die das historische Herz von Paris bilden, sind sie voller Emotionen, Licht und magischem Schimmer. Eine Schatzsuche bringt Sie zum Fuße des gemeißelten Buches der Fassade von Notre-Dame oder unter die fein bemalten Kirchenfenster der Sainte-Chapelle.
 
Durchschreiten Sie das Straßengewirr der Rive Gauche, dem ehemaligen Ort des Grauens: Hausierer, Scharlatane und ausgelassene Stundenten trieben hier ihr Unwesen. Oder ziehen Sie, wie Baudelaire und Camille Claudel, die gemäßigte Stimmung des Hotels der Ile de Saint-Louis vor?
 
Auf diesem Spaziergang begegnen Sie Bischöfen, seltenen Vögeln und Tulpen auf einem kleinen Markt, einer Königin, einigen Giftmischerinnen und den Girondisten, die sich zu einem letzten Bankett in der Conciergerie versammelt haben.
 
Sie kreuzen den Weg von Wissenschaftlern des Museums, von Mammuts und japanischen Kirschbäumen, dem Putz schöner Damen im ehemaligen Hotel de Cluny, den Gallo-Romanen bei der Vorstellung und beim Bade und der heiligen Patronin von Paris…
Gute Reise!

1 Sainte-Chapelle

Sainte Chapelle, Paris © Thinkstock

Die Sainte-Chapelle ist dafür bekannt, die Dornenkrone von Christus bewahrt zu haben, und ist mit spektakulären Glasfenstern verziert, die an wahre Lichtmauern erinnern. Sie machen aus der Sainte-Chapelle ein Juwel der französischen Gotik.

2 Mittelalter-Museum, Thermen und Hotel de Cluny

Musée national du Moyen Age, Paris © OTCP - Amélie Dupont

Seit 1843 vereint das Mittelalter-Nationalmuseum zwei architektonische Wunder: die galloromanischen Therme von Ende des 2. Jahrhunderts und das Hotel der Abte von Cluny, gebaut im 15. Jahrhundert. Zwischen dem Hof und dem Garten kündigen der Wohnkörper und die Seitenflügel des Hotels bereits die kommenden Jahrhunderte an. Doch in den üppigen Verschlingungen und Windungen des Kopfteils lebt das Mittelalter wieder auf, mehr noch sogar im Innenbereich. Skulpturen, Goldschmiedekunst, Gemälde, Keramik, Teppiche, Möbel und Gebrauchsgegenstände schaffen ein einzigartiges Bild von Kunst und Gesellschaft des Mittelalters. Zwischen der kleinen, aus Blattwerk geformten Kapelle und dem weltlichen Heiligtum, in dem der Wandteppich der Dame mit Einhorn ausgestellt ist, finden sich Goldkronen, byzantinisches Elfenbein, Dolche und Kettenhemden.

3 Quartier latin

Saint-Michel Brunnen, Paris © OTCP - Marc Verhille

An der Rive gauche, dem linken Ufer im Umkreis der im 12. Jahrhundert gegründeten Universität sprachen Professoren und ihre Schüler hauptsächlich Latein. Diese Tradition hat sich zwar gegeben, doch der Name blieb. Rund um die Sorbonne, des Collège de France, der prestigeträchtigen Schulen oder der Bibliothek Sainte-Geneviève befinden sich noch immer Buchläden, Verlage, winzige Arthouse Kinos und Cafés in denen fieberhaft für Prüfungen gelernt wird. Zwar ist der Saint-Michel-Brunnen nicht mehr der Treffpunkt der einsamen Studenten, denn viele Geschäfte haben das Terrain übernommen, aber der Geist von Maitre Abélard und dem Pflaster von Mai `68 ist immer noch hier und da spürbar.

4 Ehemalige königliche Abtei von Val-de-Grâce

Ancienne abbaye royale du Val de Grace, Paris © OTCP - Daniel Thierry

Als ehemaliges mittelalterliches Privathaus von Petit Bourbon wurde die königliche Abtei von Val de Grâce zwischen 1624 und 1669 erbaut. Die Kirche symbolisiert die Geburt Christi. Sie verfügt über die meisten Skulpturen von Frankreich und ist das vollendete Beispiel für französischen Barock. Heute kann man hier ein schönes Konzertprogramm und Orgelvorspiele genießen.

5 Panthéon

Le Panthéon, Paris © Thinkstock

Seine Kuppel überragt das Quartier Latin und er ist Namensgeber des würdevollen Platzes, in dessen Mitte er steht. Sicherlich hätte dieser kolossale Bürgertempel nicht kleiner ausfallen dürfen, um der Inschrift an seinem Kopfteil Ausdruck zu verleihen: „Den großen Männern des dankbaren Vaterlandes“. Ironischerweise wurde dieses den republikanischen Liturgien gewidmete Monument 1744 von Louis XV. in Auftrag gegeben, um der heiligen Geneviève zu huldigen. Revolution verpflichtet, und die gerade erst fertig gestellte Basilika wurde 1744 von Louis XV. in einen Bürgertempel verwandelt, und letztendlich im Jahre 1885, anlässlich des Begräbnisses von Victor Hugo, zum Nationalen Pantheon erklärt. Die monumentale Synthese aus griechischem Klassizismus und gotischem Stil birgt außerdem die Gräber von Pierre und Marie Curie, Alexandre Dumas, Jean Jaurès, André Malraux, Jean Moulin, Jean-Jacques Rousseau und Voltaire.

6 Rue Mouffetard und Place de la Contrescarpe

Quartier Mouffetard, Paris © OTCP - Amélie Dupont

Die sanfte Abfahrt des Sainte-Geneviève-Berges auf der Rue Mouffetard ist ein charmanter Ausflug durch ein bilderreiches Paris. Auf dem kleinen gepflasterten Place de la Contrescarpe drängen sich die Terrassen von Restaurant und Cafés um einen dörflichen Brunnen. Das Schild La Pomme de Pin, das bei der Nr. 1 noch sichtbar ist, erinnert daran, dass dieser Ort früher einmal Kabaretts beherbergte. Die Rue Mouffetard begann dort als mittelalterliche Straße, früher ein obligatorischer Abschnitt des Weges zwischen Lutetia und Rom, heute bietet es einen Abstecher für ein günstiges Abendessen und Menschen, die die Pubs und Kneipen suchen. Aber das gute Essen findet nach und nach wieder seinen Weg zurück, und, unter den zahlreichen Mansardenfassaden führen die altertümlichen Schaufenster mit Brot und Kuchen, die Metzgerei-Auslagen, und Obst- und Gemüseberge zum kleinen, sehr belebten Markt am Ende der Straße am Kirchturm der Kirche Saint-Médard.

7 Die Arena von Lutetia

Arènes de Lutèce, Paris © OTCP - Marc Bertrand

Im 1. oder 2. Jahrhundert unserer Zeitrechnung konnten hier bis zu 15.000 Personen Platz finden, um Dramen, Komödien, Gladiatorenspielen oder Raubtierkämpfen zuzusehen. Mit dem Forum und den Thermen bildete die Arena das Zentrum der galloromanischen Stadt. Das Amphitheater wurde im Jahre 1869 während Bohrungen in der Rue Monge wiederentdeckt und hat seine Sitzreihen und die Bühne wieder für das Stadtleben geöffnet: Hier werden nach der Schule Fußballmatches improvisiert, aber auch Petanque-Spielen und süßem Nichtstun in der Sonne gefrönt.

8 Pflanzengarten

Jardin des plantes, Paris © OTCP - Amélie Dupont

Hier schreitet man durch Statuen, Linden aus Russland, böhmische Olivenbäume und mehrere Dutzend Bäume, die über 100 Jahre alt sind. Unter ihnen befindet sich der älteste, eine Zeder aus dem Libanon, die 1743 gepflanzt wurde. Man klettert auf den Aussichtsturm, zum Gipfel einer Anhöhe, die Labyrinth getauft wurde, um sich gegenseitig oder die Aussicht zu umarmen. Unterwegs trifft man auf eine Schar Schulkinder, die Dinosauriern nachspüren, oder sich der Gartenarbeit annähern. Hier können Treibhäuser, ein pädagogischer Garten, ein alpiner Garten, ein Rosenhain, einen Irisgarten und ein Garten mit Steinen und Pfingstrosen bestaunt werden.

9 Nationalmusem für Naturgeschichte

Die Pariser haben es seit 1640 zu einem ihrer Lieblingsausflugsziele erkoren! In diesem Jahr wurde der königliche Garten für medizinische Pflanzen, der von Louis XIII. im Jahre 1633 geschaffen wurde, zum ersten öffentlichen Garten von Paris erklärt. Unter dem Einfluss von Buffon und den Botanikerbrüdern Jussieu vergrößerte er sich und wurde mehr und mehr für die Forschung genutzt. 1793 wurde er in Nationalmuseum für Naturgeschichte umbenannt und zeigte im 19. und 20. Jahrhundert zahlreiche Ausstellungen. Auf mehr als 23 Hektar vereint das blumige und bewaldete Gebiet Naturwissenschaft mit Zuckerwatte von den Süßigkeitenständen. Aber was macht man dort eigentlich genau?

10 Institut der arabischen Welt

Institut du Monde Arabe © OTCP - DR

Im Herzen des zeitlosen Paris besitzt die arabisch-muslimische Gesellschaft seit 1987 ein wunderschönes Glas- und Stahlgebäude aus der Feder von Jean Nouvel und dem Architecture Studio. Hinter den mobilen Erkern, die sich je nach Lichteinfall öffnen, gibt Tradition vereint mit Technologie den Ton an. Die ultramoderne orientalische Sanftheit regiert das Museum, das Restaurant und das literarische Café. Hier kann man temporäre Ausstellungen, Minztee und Mandelhörnchen, Konzerte, Tanz und Kino, Vorträge und Künstlerworkshops genießen.

11 Les iles de la Cité et Saint-Louis

Ile Saint Louis, Paris © OTCP - Amélie Dupont

Die doppelte Wiege von Paris, eingeschlossen in den Armen der Seine, unterscheidet sich in einigen Punkten. Auf der Ile de la Cité sieht man Uniformen und Anwaltsroben und wandelt von einer Sehenswürdigkeit zur nächsten: Place Dauphine, Conciergerie, Sainte-Chapelle, Hôtel-Dieu, Notre-Dame etc. Die Saint-Louis-Brücke markiert eine Grenze, die sich meist schon durch Musik bemerkbar macht, denn bis hier herrscht noch die Ruhe der prunkvollen Nobelhotels. Die Ile Saint-Louis beherbergt Künstler und Poeten und ist wohl auch der Unterschlupf für Feinschmecker, wenn man nach der hohen Zahl an Restaurants, Cafés, Eisdielen oder Konditoren schließen mag, die ihre verführerische Auslage entlang der Rue Saint-Louisen- l’Île präsentieren.

12 Notre-Dame de Paris

Notre Dame de Paris | © Thinkstock

Der Beginn ihrer langen Bauphase fällt mit der Wahl von Paris als Hauptstadt zusammen, und auf dem Vorplatz zeigt ein Stern aus Bronze Kilometer Null, das Landeszentrum, an. Ihr harmonischer Bauplan scheint das Werk eines einzigen genialen Bauherren zu sein, dabei haben sich dutzende zwischen dem 12. und dem 14. Jahrhundert, dem Datum ihrer Restauration durch Viollet-le-Duc, daran verewigt. Sie hat schon im Jahre 1239 St. Louis barfuss mit der Dornenkrone gesehen, die Krönung von Napoleon im Jahre 1804, die Befreiungsfeier 1944. Vielleicht sieht sie auch Sie die 422 Stufen bis zu ihrer Spitze emporsteigen. Wie der Quasimodo von Victor Hugo stehen Sie dann den Grimmassen schneidenden Wasserspeiern gegenüber. Sie grüßen die 13 Tonnen schwere, Emmanuel genannte Glocke im Dämmerlicht des Glockenturms. Und betrachten Paris, das schlagende Herz, über tausende von Dächern hinweg.

13 Conciergerie

La Conciergerie, Paris © OTCP - Amélie Dupont

Dieses bedeutende Überbleibsel des Palais des Capétiens ist ein bemerkenswertes Zeugnis der bürgerlichen Architektur des 14. Jahrhunderts, mit dem Gendarmensaal, dem Saal der Wachen und den Küchen.

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