Trendiges Paris

Place des Vosges, Centre Pompidou, Picasso Museum, Marais-Viertel... Ein Spaziergang Trend

Von der Place du Châtelet bis zur Place des Vosges kann man flanieren, shoppen und Kulturerbe entdecken: : Alles ist möglich, wenn man weiß, wie man die Stile zu kombinieren hat.
 
Zwischen den Haussmännischen Gebäuden erhebt sich der mittelalterliche Zwinger des Jean-sans-Peur-Turmes. Der spätgotische Saint-Jaques-Turm ist nur einige Schritte vom Châtelet-Brunnen entfernt und erinnert an den Ruhm von Napoleon I. Das Hôtel de Ville aus der Neo-Renaissance stellt seinen Vorplatz für Beach-Volley-Turniere zur Verfügung.
 
Die Kirche Saint-Eustache, die die Taufe von Molière miterlebt hat, grenzt an die metallischen Stege des Jardin des Halles. Einige Schritte von den Renaissance-Basrefliefs des Innocents-Brunnen entfernt steht das Centre Pompidou, architektonisches Wahrzeichen des 20. Jahrhunderts, das sich der zeitgenössischen Kultur widmet.
 
Der Marais verbindet sprudelnde Kreativität und die Vergnügen des jüdischen Viertels, rund um die Rue des Rosiers mit einem historischen Kern, der noch wunderbar erhalten ist. Die umliegenden Straßen reihen kleine Gelände, Gärten und zahlreiche Museen aneinander: Carnavalet, Picasso, Nationalarchive in ausgefallenen Stadthäusern, die sich gegenseitig an Pracht überbieten.

1 Place du Châtelet

Place du Châtelet, Paris © OTCP - Amélie Dupont

Hierher sollten Sie nicht kommen, wenn Sie Ruhe suchen – dies ist einer der umtriebigsten Orte von Paris. Aber man kann hier schöne Dinge entdecken: den Palmenbrunnen, das Théâtre du Châtelet, das Théâtre de la Ville...

2 Tour Saint-Jacques

Tour Saint Jacques, Paris © OTCP - Marc Bertrand

Was für eine Geschichte! Der kuriose Glockenturm ist das einzige Überbleibsel der Kirche Saint Jacques-de-la-Boucherie, ein Treffpunkt für Pilger auf dem Weg nach Santiago de Compostella im Mittelalter. Im 17. Jahrhundert erforschte Pascal hier die Schwerkraft. Gerade noch dem Abriss im Jahre 1797 entgangen, wurde sie seit 1891 zu einer meteorologischen Station, an der die Luftqualität gemessen wird. Die Lebensqualität in ihrer Umgebung wird aber auch sehr hoch bemessen. In den letzten Jahren ist der Turm zu neuer Schönheit erblüht. Bewundern Sie ihn!

3 Forum des Halles und Garten

Forum des Halles, la Canopée vue de la place des Innocents, Paris © Jean-Baptiste Gurliat - Mairie de Paris

Vom 12. Jahrhundert bis 1969 versorgte der „Bauch von Paris“ und seine bunten Bewohner, die bereits im Roman von Zola beschrieben werden, die Hauptstadt. Nachdem er nach Rungis umgesiedelt wurde, hinterließ der überdachte Markt genug Platz für verschiedene Galerien mit einem Einkaufszentrum, einem Schwimmbad, einem tropischen Gewächshaus und zahlreichen Kinosälen. Im Garten kann man sich an den Rasenflächen, den Brunnen und Spielplätzen freuen. Im Jahr 2016 bekommt das Forum des Halles ein neues Gesicht: das monumentale Blätterdach (auch Canopée genannt) verleiht dem Forum mit seiner beeindruckenden Ästhetik eine völlig neue architektonische Identität. Darüber macht ein noch breiteres kulturelles Angebot aus diesem Ort eine echte Hochburg der Kreativität.

4 Saint-Eustache-Kirche

Eglise Saint Eustache, Paris © Thinkstock

Einflüsse aus Gotik und der Renaissance, die einer über ein Jahrhundert ausgedehnten Bauphase zu verdanken sind, harmonisieren mit einer Klassik-Fassade aus dem 18. Jahrhundert und den Spuren einer streitbaren Restauration nach 1840. Doch was soll’s! Sie ist schön und wacht über Schätze wie ein Rubensgemälde und eine Statue von Pigalle. Und hier waren die „VIP’s“: An dem Ort, der einst der Tempel der Landwirtschaft von 1797 bis 1803 war, wurden Richelieu, Molière und Mme de Pompadour getauft, hier wurde die erste Kommunion von Louis XIV. gefeiert, die Hochzeit von Lulli, die Beisetzung von La Fontaine, Mirabeau oder Colbert, Marivaux und Rameau.

5 Turm Jean-sans-Peur

Tour Jean-sans-Peur, Paris © OTCP - Marc Bertrand

Eine feudale Tour von 27 Metern in der Rue Étienne-Marcel? Aber ja! Gehen wir ein paar Schritte zurück. Der Hundertjährige Krieg markiert eine Pause. Jean, Herzog von Bourgogne, nutzt den Augenblick, um seinen Cousin Louis von Orleans zu töten und die Macht an sich zu reißen. Er regiert von seinem Pariser Sitz aus, in dem er 1409 einen Turm errichten ließ, der heute als einziges Überbleibsel des Ensembles besteht. Eine wunderschöne Wendeltreppe aus Eiche, Hopfen und Hagedorn führt in das Ratszimmer. Heute ermöglicht eine Dauerausstellung in den sechs Räumen des Turms die Entdeckung der Geschichte, der Gesellschaft und der Architektur von Beginn des 15. Jahrhunderts an.

6 Museum der Künste und Berufe

Musée des arts et métiers, Paris © OTCP - Amélie Dupont

In der Metro herrscht Stimmung: Seit dem zweihundertjährigen Bestehen des Museums im Jahre 1994 hält sich die Station Arts-et-Métiers, die mit Kupfer und Nieten ausgekleidet ist, für das Unterseeboot Nautilus von Jules Verne. In der der sorgsam renovierten Abtei wird die Geschichte der Technik seit dem 16. Jahrhundert in sieben Bereichen dargestellt: Kommunikation, Konstruktion, Energie, wissenschaftliche Instrumente, Materialien, Mechanik, Transport. So kann man die großen Erfindungen nachvollziehen und vor den Automaten und Velozipeden, dem Laboratorium aus dem 18. Jahrhundert von Lavoisier oder dem Flugzeug von Clément Ader, das über ein Jahrhundert alt ist, träumen.

7 Das Centre Pompidou - ein Vorläufer der Moderne

Centre Georges Pompidou, Paris © Thinkstock

Im Marais-Viertel, im Herzen von Paris, steht das Centre Pompidou, das 1977 eingeweiht wurde und als eines der besten Beispiele moderner Architektur in Paris gilt. Das Bauwerk war seiner Zeit (zu sehr) voraus und löste in den 70er Jahren einen Skandal aus! Das auch „Beaubourg“ genannte Gebäude stellte einen Bruch mit der Museumsästhetik der damaligen Zeit dar und markierte einen Wendepunkt in der Geschichte der traditionellen Museen. Die Architekten Richard Rogers und Renzo Piano wollten der feierlichen Aufmachung der damaligen Kultureinrichtungen ein neues Konzept entgegensetzen: mit seinen leuchtenden Farben, den sichtbaren Gebäudestrukturen (wie die großen grünen Außenrohre für Wasser, den blauen Belüftungsrohren und den gelben Rohren für die Elektrik) und einer Transparenz, die Einblicke in das Innenleben erlaubt, stellt sich das Centre Pompidou als lebendiger, zugänglicher und spielerischer Raum der Kommunikation und des Austauschs dar, in dem die Kunst nicht verherrlicht wird.

8 Puppenmuseum

Musée de la Poupée, Paris © OTCP - Marc Bertrand

Zuerst waren es Frauenpuppen, kleine verfeinerte Pariserinnen in Marquisen-Tracht. 1878: Für die Weltausstellung erscheint das Porzellan-Baby. Im 20. Jahrhundert kommen Babys und „Baigneurs“ aus Zelluloid in Mode, bis zum Auftritt einer kleinen Blondine mit Modelmaßen. Schöne Träume im Land der kleinen Mädchen!

9 Museum für jüdische Kunst und Geschichte

Musée d'art et d'histoire du Judaïsme, Paris © OTCP - Marc Bertrand

In einem Haus aus dem 17. Jahrhundert leben Kultur und Tradition jüdischer Gemeinschaften durch eine reichhaltige Kollektion aus funkelnden, bekannten, kulturellen, üblichen, bescheidenen, kostbaren, antiken oder beinahe zeitgenössischen Kunstgegenständen wie die Tafeln von Chagall, Modigliani und Soutine auf.

10 Historisches Zentrum der Nationalarchive

Jardin des Archives Nationales, Paris © OTCP - Amélie Dupont

Wie der Name schon sagt, werden hier die Andenken an Frankreich und die Merowinger bis 1958 bewahrt und es beherbergt auch das Museum für französische Geschichte. Seit 1808 befindet es sich im Palais de Soubise, mit extravagantem Dekor im Rocaille-Stil hinter einer Fassade mit schöner klassischer Ordonnanz. Die Nationalarchive haben nicht aufgehört, sich auszuweiten, wobei auch das wunderschöne Hotel Rohan eingegliedert wurde.

11 Picasso Museum Picasso

Hôtel Salé, Musée Picasso, Paris

Musée Das Hotel mit dem Museum wurde 1659 fertig gestellt und erhielt den Beinamen Salé (salzig), in Erinnerung an den prahlerischen Geschmack seines ersten Besitzers, der mit den Steuern auf Salz reich geworden war. Hinter der monumentalen Fassade wartet eine einzigartige Sammlung der Werke Picassos auf uns, die sowohl seine Arbeiten als Maler, Bildhauer, Grafiker und Zeichner beinhaltet. Ein faszinierender Einblick in die Welt des Künstlers.

12 Hôtel de Ville

Hôtel de Ville de Paris © Thinkstock

Hôtel de Ville Kennen Sie das „Haus der Säulen“? Aber ja, Place de Grève! Sie wissen doch, das ist der Vorplatz, auf dem man im Winter Eislaufen kann, wo die großen Spiele auf einer riesigen Leinwand übertragen werden und wo man jeden Sommer, wenn die Seineufer zu Paris-Plages werden, kostenlosen Sportaktionen beiwohnen kann. Sie können nicht folgen? Das ist ganz normal. Im 12. Jahrhundert lag die Verwaltung von Paris in den Händen der Flusshändler, die die Navigation auf der Seine kontrollierten. Étienne Marcel, der Händlervogt, übergab 1357 den Sitz der Stadtverwaltung an das Haus der Säulen, am Standort des heutigen Rathauses. Der damalige Sandplatz (grève) wurde ein Ort für öffentliche Vergnügungen und Hinrichtungen.

13 Shoah - Gedenkstätte

Memorial de la Shoah, Paris © DR

Als Ort des Erinnerns und der Dokumentation ist die Gedenkstätte, die ihre Tore an dem Ort des Grabes des unbekannten jüdischen Märtyrers geöffnet hat, auch ein „Museum der Wachsamkeit“. Es wurde errichtet, um zu lernen, verstehen und nachzuempfinden. Als Schutzmauer gegen das Vergessen trägt die Mauer der Namen das Andenken an 76000 jüdische Opfer, die aus Frankreich mit der Komplizenschaft des Vichy-Regimes deportiert worden waren.

14 Museum Cognacq-Jay

Musée Cognacq Jay, Paris  © OTCP - Clémence Raunet

Als Gründer der großen Geschäfte der Samaritaine widmete das Paar Cognacq-Jay einen Teil ihres Vermögens für den Einkauf von Kunstobjekten (Gemälde, Skulpturen, Möbel etc.), mit einer Vorliebe für das 18. Jahrhundert in Frankreich.

15 Place des Vosges

Place des Vosges, Paris © OTCP - Amélie Dupont

Intakt. Seit der Erbauung, die 1504 von Henri IV. angeordnet wurde, ist der ehemalige Place Royale wie durch ein Wunder erhalten geblieben. Die 36 Häuser, die ihn umgeben, zeigen die Harmonie dieser Einheit wie am ersten Tag: Ziegelfassaden, französische Schieferdächer und das Erdgeschoss in Form einer Säulengalerie, die zum Spazieren einlädt. Es fehlen nur noch einige Musketiere des Königs, und Sie wären wie in einem Mantel-und-Degen-Film, oder auf dem prunkvollen Karussell, das 1612 auf dem Platz zu Ehren der Hochzeit von Louis XIII. und von Anne von Österreich errichtet wurde.

16 Haus Victor Hugo

Maison Victor Hugo, Paris © OTCP - Henri Garat

Victor Hugo lebte von 1832 bis 1848 in der zweiten Etage des Hotel de Rohan-Guéménée. Hier schrieb er einige seiner größten Werke: Marie Tudor, Ruy Blas, Die Burggrafen, Dämmerungsgesänge, Die inneren Stimmen sowie einen Großteil von Les Misérables und empfing Lamartine, Vigny, Dumas oder Gautier.